Peterskirchen, am gleichnamigen Bach gelegen und zum Teil eingerahmt von mit Wald bestandenen Höhenzügen, liegt östlich von Pfarrkirchen in Richtung Vilshofen.
Auf einen Blick
ca. 1140
Erste urkundliche Erwähnung
ca. 1470
Bau der Kirche St. Peter und Paul
1549
Aussterben der „Edlen von Grub“
1565
Übergang an die Pienzenauer
ca. 1750
Ankunft der Kannenbäckerfamilien
1823
Kauf des Schlosses durch Lehrer Lorenz Glas
1903
Letzter Töpferbrand
1904
Ritterrüstung ans Nationalmuseum verkauft
Peterskirchen war ursprünglich der Sitz der „Edlen von Peterskirchen".
Ein „Willihalmus des Petreschirchen" wird um 1140 als Siegelzeuge genannt. Später waren die „Edlen von Grub" die Herren von Peterskirchen: Konrad Gruber (1260), Erasmus Gruber (1400), Hermann Gruber (1491), Wolfgang Gruber (1520 – er erhielt vom Grafen Ulrich von Ortenburg die Belehnung über einige Nutzungen von Schnecking).

Der letzte „Gruber" starb 1549. Ein Gemälde des Wappens der „Edlen von Grub" und eine Grabplatte sind in der Pfarrkirche von Peterskirchen zu finden. Das Schloss in Peterskirchen wurde wahrscheinlich von ihm in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Stil der Frührenaissance gebaut.

1565 ging der Besitz von Peterskirchen durch Kauf an die Pienzenauer über, denen Baumgarten schon seit 1456 gehörte: Friedrich von Pienzenau, Hans Konrad von Pienzenau, Friedrich Christoph von Pienzenau. Seine Gedenkplatte aus Marmor ist in der Pfarrkirche zu Peterskirchen zu finden. Wahrscheinlich war auch die goldverzierte Ritterrüstung, die bis 1904 in der Pfarrkirche stand, von ihm. Die Rüstung wurde 1904 an das Nationalmuseum in München verkauft und kann dort besichtigt werden.
1823 wurde das ziemlich verfallene und reparaturbedürftige Schloss vom damaligen Lehrer Lorenz Glas erworben. Er war von 1811 bis 1871, also volle 60 Jahre, Lehrer, Organist und Mesner in Peterskirchen. Eine Gedenkplatte in der Kirche erinnert an ihn. Die große „Binderstube" des Schlosses wurde von 1820 bis zum Bau eines neuen Schulgebäudes 1867 als Schulzimmer benützt. Die weiteren Besitzer waren Anton Glas, Josef Glas, Erik Zimen und Familie Lipinski.
Die Kirche St. „Peter und Paul" wurde etwa um 1470 von den „Edlen von Grub" erbaut. Der Turm hatte ein Satteldach, das nur wenige Meter über das Langhaus hinausragte. 1870 wurde er zur heutigen Höhe umgebaut. Die frühere Grabkapelle der Pienzenauer an der Nordseite wurde in der Barockzeit umgebaut und erhöht. 1878 wurde darin der Antoniusaltar aufgestellt. Die letzte Innenrenovierung mit Altarweihe durch Bischof Eder war 1984, die letzte Außenrenovierung 2009.
Handwerk & Tradition
Kannen, Pfeifen und Krüge
Peterskirchen war früher in der ganzen Umgebung bekannt als Zentrum der Töpfer und vor allem der „Kannenbäcker".

Etwa um 1750 kamen aus Höhr im Westerwald die Kannenbäckerfamilien Gelhard, Bock, Mack und Schims, sowie auch die „Pfeifenmacher" Demont und Unverdorben. Der Graf von Tattenbach hatte die dort arbeitslos gewordenen Töpfer nach Peterskirchen geholt, weil es hier den guten „Steinzeugton" gab, den man bei Temperaturen bis 1300 Grad brennen konnte. Man holte ihn aus dem nahen „Saugarten", einem Waldstück zwischen Peterskirchen und Baumgarten. In den großen Wäldern war Holz vorhanden, und auch Salz für die spezielle „Salzglasur" war leicht zu beschaffen. Vor allem durch diese Salzglasur waren die Töpfereiprodukte von Peterskirchen für Wasserleitungen, Vorratstöpfe, Bierkrüge, Wasserflaschen und Wasserkrüge gut geeignet. Die Waren wurden auf der Donau bis nach Ungarn und weiter sogar bis in die Türkei verschickt.
Weil auch viele Voglnirscherl hergestellt wurden, war Peterskirchen bis ins 20. Jahrhundert als „Voglnirscherldorf" bekannt.
Ein Voglnirscherl war ein länglicher, ovaler Futternapf für Vögel, der zur Aufnahme von Wasser und Futter unterteilt war. Es wurden auch Ofenkacheln, Mörser, Salbenkacherl, Bratpfannen und Ballons hergestellt. Als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Eisen- und Blechgeschirr durchsetzte, hörte die Töpferei auf. Der letzte Brand war etwa 1903.

Freiwillige Feuerwehr
Geschichte unserer Wehr
Am 7. Mai 1899 wurde auf Initiative von Lehrer Josef Resl die Freiwillige Feuerwehr Peterskirchen gegründet. Seither hat sich viel getan – vom ersten handgezogenen Löschgerät bis zum heutigen Einsatzfahrzeug. Die folgende Chronik zeichnet die wichtigsten Stationen dieser über 125-jährigen Geschichte nach.
1899
Am 7. Mai erfolgte, auf Initiative von Lehrer Josef Resl, die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Peterskirchen.
Bei der 1. Generalversammlung am 8. Dezember wurde Josef Resl zum Vorstand und Kommandanten gewählt.
1900
Anschaffung einer Löschmaschine.
Standartenweihe.

Die Wehr um 1900 1906
Erstes Feuerwehrhaus gebaut.
1925
Am 14. Juli wurde das 25-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Die damals angeschaffte Fahne wurde zum 100-jährigen Gründungsfest restauriert und nochmals geweiht.

25-jähriges Vereinsjubiläum, 1925 1926
Zum ersten Mal stand unsere Wehr Pate bei der Nachbarwehr Baumgarten.
1950
Offizielle Übergabe der Motorspritze der Marke DKW, Leistung 600 l/min, am 23. April.
50-jähriges Gründungsfest mit Bänderweihe am 1. und 2. Juli.
Das erste selbstfahrende Feuerwehrauto der Marke „Dodge“ mit Seilwinde traf am 7. September ein.

50-jähriges Gründungsfest mit Bänderweihe, 1950 
Das erste selbstfahrende Feuerwehrauto „Dodge“, 1950 1961
Am 9. Juli legte erstmals eine Löschgruppe die Prüfung zum Leistungsabzeichen ab.
1964
Neue Tragkraftspritze TS 8/8, Marke Ziegler.
1968
Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug „Ford Transit TSF“ wurde am 12. Dezember durch die Firma Öllinger ausgeliefert.
1975
75-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe am 19. und 20. Juli.

Fahnenweihe beim 75-jährigen Gründungsfest, 1975 1979
12. Mai: Verkehrsunfall unseres Feuerwehrwagens in Ried.
13. August: Abbruch des Lenzenstalles und damit Beginn des Neubaus des Feuerwehrhauses.
16. November: Abholung des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF8.
1980
Am 14. September fand die kirchliche Weihe des neuen Feuerwehrhauses und des Löschgruppenfahrzeuges durch H. H. Pfr. Josef Kümmeringer statt.
1984
Unsere Wehr beteiligte sich als Patenverein beim 100-jährigen Gründungsfest der Nachbarwehr Baumgarten am 7. und 8. Juli.
1992
Zum ersten Mal wurden zwei Frauen in den Feuerwehrdienst aufgenommen.
Den 1. Preis beim Faschingsumzug in Dietersburg holte sich unsere Wehr mit „Asterix und Obelix“.
1996
Nach etwa einjähriger Bauzeit wurde das umgebaute Feuerwehrhaus am 9. Juni seiner Bestimmung übergeben.
1999
Einweihung der neuen Tragkraftspritze TS 8/8-FOX am 25. September durch H. H. Pfr. Ludwig Limbrunner.
2000
Vom 30. Juni bis 2. Juli fand das 100-jährige Gründungsfest unserer Feuerwehr statt. Am Sonntag wurden u. a. die restaurierte Fahne von 1925 sowie die restaurierte Standarte von 1900 geweiht.

100-jähriges Gründungsfest, 2000 
Festausschuss mit Fahnenpaten und Schirmherrn, 2000 2007
Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeuges GW-L2.

Das neue Einsatzfahrzeug GW-L2, 2007 2009
Feuerwehrfest bei der FFW Baumgarten – unsere Feuerwehr durfte als Patenverein dabei sein.

Als Patenverein beim Feuerwehrfest in Baumgarten, 2009 2025
125-jähriges Feuerwehrfest unserer Wehr.

Die Wehr zum 125-jährigen Jubiläum



